Die Geschichte des Parfums

Bereits Naturvölker empfanden die Düfte blühender Wiesenblumen, feuchte Wälder oder frische Kräuter als angenehm und betörend.  Mit der Entdeckung des Feuers erkannten die Menschen, dass bei der Verbrennung bestimmter Hölzer, Kräuter und anderen Stoffen wohlriechende Düfte entstehen. Der Mensch mag durch diese eher zufällige Erfahrung auf die Idee gekommen sein diese Methode bewusst zu erzeugen.
So leitet sich auch das dafür übliche Wort ‚Parfüm‘ vom lateinischen ‚per fumum‘ ab. Das bedeutet ‚durch Rauch‘ und bezieht sich ursprünglich auf die meist religiös bedingten Räucherrituale.
7000 v. Chr. nutzten ägyptische Priester Düfte zur Ehrung von Göttern. Die toten Körper der Pharaonen wurden mit duftenden Salben und Essenzen einbalsamiert. Die Pharaonin Hatschepsut brachte die Hinwendung zum lebendigen Körper. Das bedeutet, dass auch Lebende sich mit wohlriechenden Düften parfümierten. Damit sollte eine innere sowie äußere Harmonie und Schönheit angestrebt werden.


Die Pharaonin ließ Handelsschiffe bis ans afrikanische Horn schicken, um Luxusgüter wie Weihrauch und Myrrhe für die Kulthandlung zu holen.  Weihrauch verbreitete sich von Arabien aus nach Griechenland und Indien.
Im Mittelalter vertrat die Kirche die Meinung, dass Parfum ein ‚unkeusches Mittel‘ sei und die Menschen zum sittenlosen Verhalten und zur Sünde verführt. Trotzdem konnte sich das Parfum im Laufe der Jahrhunderte etablieren.

Dem persischen Arzt und Gelehrten „Avicenna“ gelang es, durch Destillation ein Rosenwasser herzustellen, welches den Blüten ihren Duft entzieht und ihn an die Flüssigkeit überträgt. Die Kreuzritter brachten diese wertvollen Elixiere und Verfahrenstechniken nach Europa. Von den Arabern wurde das Wissen über die Duftessenzen in Spanien und Südfrankreich verbreitet.
Im Hochmittelalter führte der Gebrauch von Parfum zu einer neuen Lebensart.
Philipp August von Frankreich gründete 1190 die Gilde der Handschuh- und Parfummeister. Somit wurde zum ersten Mal das Berufsbild des Parfümeurs begründet.
In Zeiten der Pest bekam das Parfum eine ganz neue Bedeutung. Man glaubte, gute Gerüche schützen vor Epidemien und Krankheiten, was zu einer großen Verbreitung führte.
In Versailles wurden die Düfte in einem umfassenden Maße genutzt, sodass sogar der Hof von König Louis XV.  „Hof des Parfums“ genannt wurde. Madame Pompadour soll Unmengen ausgegeben haben, um die Gunst ihres Königs zu erhalten. In diesem Zuge entstanden auch die ersten größeren Duftmarken in Paris. Grasse entwickelte sich mehr und mehr zum Zentrum der Duftherstellung, wo man die Techniken der Enfleurage und Destillation immer mehr perfektionierte.

Nach der Französischen Revolution war das Parfümieren eine Zeit lang verpönt. Erst Napoleon – als bekennender Liebhaber des Eau de Cologne – machte Parfum erneut gesellschaftsfähig. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann sich eine Industrie des Parfums zu entwickeln. Der Zweite Weltkrieg hatte schwerwiegende Folgen für die Parfumindustrie, welche zu erheblichen Absatzproblemen führten. Es wurde notwendig, raffinierte Werbekonzepte und neue Ideen für das Verpackungsdesign zu entwickeln.

19.10.12 // Autor: Hanna // Veröffentlicht in: Parfum

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