Caterina de Medici- Düfte im Dienste Ihrer Majestät


Caterina wurde 1519 in Florenz in eine der einflussreichsten Familien Italiens, der Medici, hineingeboren. Ihr Großonkel war der damalige Papst Leo X. und übernahm nach dem plötzlichen Tod beider Eltern die Vormundschaft für die kleine Caterina.
Sie wuchs in Rom als Herzogin von Urbino auf und entwickelte sich zu einer charakterlich nicht einfachen, politisch interessierten und bildschönen Frau. Ein weiterer päpstlicher Onkel, Clemens VII., verheiratete sie im Zuge seiner Außenpolitik mit dem späteren französischen König Henry II.

Als die junge Braut 1533 ihr geliebtes Italien verließ und über das Mittelmeer gen Marseilles reiste, brachte sie nicht nur ihren Teil der Mitgift und des zukünftigen Hofstaates mit, sondern auch einen jungen Florentiner namens René. Er war ihr Parfümeur und Handschuhmacher in Personalunion. Auf sein Können wollte sie unter keinen Umständen verzichten!
Und schon bald wurden Caterinas Handschuhe zum absoluten It-Piece des französischen Hofes: Hauchdünnes Leder, zu jeder Gelegenheit farblich passend und mit einem köstlichen Duft versehen, der den starken Geruch des gegerbten Leders überdeckte. Damit ließen sich die schmalen, weißen Hände der jungen Königin hervorragend in Szene setzen.

Kein Wunder, dass Höflinge und Hofdamen alles versuchten, um in die Gunst Caterinas und eines ihrer kostbaren Geschenke zu kommen: eben jene zarten, parfümierten Handschuhe.
Besonders den unvergleichlichen Duft von Neroli und Rose schien es Catarina angetan zu haben, aus ihrer Heimatstadt Florenz haben sich jedoch auch Rezepte für Düfte aus Weihrauch und Rose, Lavendel und Myrrhe oder Rose, Veilchen und Patchouli erhalten. Doch es war Vorsicht bei den so großzügigen Geschenken der Caterina de Medici geboten! Denn Handschuhe ließen sich nicht nur mit wohlriechenden Essenzen tränken…

Dank Catarinas Vorlieben für feines Lederwerk verhalf Grasse, dem damaligen Zentrum für eben jene Lederverarbeitung (!), zu Aufschwung und prall gefüllten Auftragsbüchern. Zusätzlich legte man nun große Blütenfelder um Grasse herum an, um die Nachfrage nach den duftenden Essenzen zu befriedigen. Schließlich wollten die Lederhandschuhe auch beduftet werden! Dieser neuere Wirtschaftszweig machte Grasse schlussendlich auch zu dem, was es heute noch ist: dem Zentrum der französischen Parfumindustrie.

20.11.12 // Autor: Hanna // Veröffentlicht in: Parfum

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